Abendwanderung des Naturschutzbundes (NABU) Rodgau

nabu-Abendwanderung / © A.- Pulwey
Bei der Abendwanderung des Naturschutzbundes nahmen Jeremias und Joela die Botanik in Augenschein. Blumen wie Büschelschön, Kamille und die Weiße Lichtnelke entzückten.

 

 

 

 

 

                 
                
NABU-Abendwanderung / © A.- Pulwey

 

NABU-Abendwanderung / © A.- Pulwey
Bei der Abendwanderung des Naturschutzbundes machte Hans Schwarting per Detektor die Fledermauslaute für Jeremias und Joela visuell erkennbar.

 

 

 

 

 

                 

 

 NABU-Abendwanderung / © A.- Pulwey 

 

Rodgau (pul). Exkursionen in die Botanik zählen seit vielen Jahren zum festen Programm des Naturschutzbundes (NABU) Rodgau. Schwerpunkte sollten beim diesjährigen Ausflug auf den Tierlauten liegen.

Ausgangspunkt war das NABU-Grundstück auf dem Vereinsgelände Rollwald. Der NABU-Ehrenvorsitzende Josef Lach erläuterte zu Beginn eines der Schwerpunktthemen der NABU-Arbeit: Die Vermehrung der Artenvielfalt. Dies haben sich die Rodgauer Naturschützer seit Jahrzehnten zum Thema gemacht. In diesem Zusammenhang nahm eine Arbeitsgruppe des Vereins, die Garten-AG, Spaten und Harke in die Hand und formierte einen großen Teil des gepachteten Vereinsgeländes zu einem Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Eine Sandkuhle für Insekten, ein Steinhaufen für Spinnen und Reptilien sowie ein Gewässer für Libellen. Ein Beispeil, dem auch Hauseigentümer im heimischen Garten folgen können, so Josef Lach.

Lach thematisierte das Insektensterben. Um bis zu 70 Prozent gingen die Populationen in den letzten drei Jahrzehnten zurück. Wildbienen und andere Insekten fehlen somit als Basis der Nahrungskette, mit entsprechenden Folgen für die Vogelpopulation.

Von den gefiederten Freunden waren an dem Abend der NABU-Exkursion nicht allzu viele zu hören. Was aber nicht nur dem Insektensterben, sondern auch der zum Teil abgeschlossenen Brutsaison geschuldet war. "Die Männer müssen nicht mehr um die Frauen werben", so Lach über das Verhalten der Singvögel, "deshalb halten sie den Schnabel".

Lebensraum bietet in Rollwald und Nieder-Roden auch der Hörnersgraben. Vor Jahrzehnten als Entwässerungsgraben angelegt, fließt der Rinnsal Richtung Badesee.

Die Situation der Botanik an den Ufern des Hörnersgraben hat sich verbessert, so Lach in seinen Erläuterungen. Wurde früher bei der Mahd alles ratzeputz abrasiert, bleiben heute die Pflanzen an einer Seite der Böschung stehen, um auszusamen und als Nahrungsquellen für Schmetterlingsraupen zu dienen. Die zweite Uferseite wird gemäht, um neuen Pflanzen Luft und Lebensraum zu geben.

Zu guter Letzt gab es bei dem abendlichen Spaziergang kurz vor der Rückkehr zum Ausgangspunkt doch noch interessante Tierlaute zu vernehmen. Für viele der 34 Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie die bellenden und sehr an Hunde erinnernden Töne eines aufgeschreckten Rehs vernahmen.