Veranstaltung zum naturnahem Garten 2012
![]() © Andreas Pulwey ![]() © Andreas Pulwey |
Mehr Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen stand beim Naturschutzbund
(NABU) Rodgau und dem Obst- und Gartenbauverein Hainhausen ganz oben auf dem
Wunschzettel. Das auf zwei Tage angelegte Seminar zum Thema "Der naturnahe
Garten" enthielt zahlreiche Vorschläge pro Natur und gegen Gift im Garten. "Der Garten ist nie losgelöst vom Umfeld" so der geladene Referent Frank-Uwe Pfuhl von der Umweltwerkstatt Wetterau. Er forderte etwas mehr Mut zu einem Stück "Wildnis" hinter dem eigenen Haus. Dabei ginge es nicht um eine "Wüstenei", wo früher Rosen blühten, sondern um einen Platz für Mensch und Tier, der eine Lebensgemeinschaft bildet. Ein steriler, auf wenige Arten beschränkter Garten, macht diesen anfällig für Schädlinge, so Pfuhl. Artenvielfalt durch heimische Pflanzen, die Schmetterlinge, Bienen und Hummeln anziehen, wirkt dem übermäßigen Befall durch Blattläuse entgegen. Auch der ein oder andere Nistkasten im Garten, der Meisen als Brutgelegenheit dient, lässt die Zahl von unerwünschten Insekten sinken, so Pfuhl weiter. Wichtig dabei: Werden die Raupen vom Menschen durch Giftstoffe belastet, tötet dies oft auch die Meisen und deren Brut. Frank-Uwe Pfuhl spricht sich gegen die Düngung des Rasens mit Stickstoff aus. Es führe zu einem höheren Wasserverbrauch und die notwendigen Fahrten mit dem lärmenden Rasenmäher nehmen durch den Stickstoff auch noch zu. Stattdessen bringe eine Handvoll Mahtgut von der landwirtschaftlich genutzten Wiese einige Samen an Wildpflanzen in den Garten, die wiederum Insekten als Nahrung dienen. Für einen gesunden Boden im Garten sah der Fachmann Kompost als fantastischen Nährstoffbringer an. So wachsen im naturnahen Garten möglicherweise die Brennnesseln an einem Holzstapel, der dem Igel als Unterschlupf dient. Oder einige der 500 in Deutschland lebenden und winzig kleinen Wildbienenarten finden im Holz einen Eiablageplatz. Heimische Sträucher wie Hartriegel oder Haselnuss finden nicht nur in der Tierwelt ihren Anklang. Der Gartenbesitzer freut sich im Herbst über die ein oder andere geerntete Haselnuss aus seinem naturnahen Garten. |