NABU-Siegel „Schwalbenfreundliches Haus“

Glückliches Haus, an dem Schwalben wohnen. Alida Lott hängte den poetischen Fingerzeig auf die tierischen Untermieter unter die Nisthilfen. Foto: p/NABU/Pulwey

Foto:©Andreas Pulwey
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Das eigene Haus mit bedrohten Tierarten zu teilen, kommt beim Naturschutzbund Rodgau gut an. Die NABU-Vorsitzende Friederike Wolf bedankte sich bei Alida und Rüdiger Lott mit dem offiziellen NABU-Siegel „Schwalbenfreundliches Haus“. Foto: p/NABU/Pulwey

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Die Jungen sind groß genug für ihren Jungfernflug. Trotzdem geht die elterliche Liebe durch den Magen, die Altvögel schaffen immer noch das Futter heran. 

Foto: p/NABU/Pulwey

 Jügesheim – Alida Lott und ihr Mann Rüdiger haben ihr Zuhause zu einem Wohlfühlort für eine bedrohte Vogelart gemacht. Seit mehreren Jahren kommen die Mehlschwalben aus dem Süden und ziehen die nächste Generation in den dafür installierten Nisthilfen groß.

Dass die Tiere der Familie Lott die Hauswand verschmutzen könnten, treibt den Tierfreunden keine Sorgenfalten auf die Stirn: „Andere Menschen haben Angst wegen möglicher Verschmutzungen an der Fassade“, berichtet Alida Lott über die Stimmen aus der Nachbarschaft.

Sie selbst hat diese Klippe mit den beim Fachversand im Internet bestellten Kotbrettern umschifft. Sie sind unter den Nestern befestigt und fangen die „Abfälle“ auf.

Der Naturschutzbund Rodgau bekam Wind von den tierfreundlichen Aktivitäten und adelte das Haus nahe des Jügesheimer Zentrums mit der offiziellen NABU-Plakette zu einem schwalbenfreundlichen Haus.

Die Geschichte dahinter zieht sich über sieben Jahre und ist doch rasch erzählt: Im Frühling 2019 sausten die flinken „Kunstflieger“ beim Ehepaar Lott erstmals ums Haus. Aber der begonnene Nestbau durch die adulten Vögel wollte nicht klappen.

Ein Jahr später ließ Alida Lott die künstlichen Nisthilfen anbringen. Die Schwalben kamen aus den Winterquartieren und nutzten die Brutangebote noch im selben Jahr. Für die Jügesheimerin Motivation genug, in den darauffolgenden Jahren weitere künstliche Brutmulden an der Fassade anzubringen. Seitdem gibt es Jahr für Jahr eine junge Schwalbengeneration, die lästige Fliegen aus dem Garten fängt. 

 

Bericht: Andreas Pulwey

Foto: p/NABU/Pulwey