Exkursion Streuobstwiesen in Eberstadt - FFH-Gebiet am Prinzenberg

Das FFH-Gebiet in Eberstadt war ein neues Ziel für uns. Wir waren gespannt was uns dort erwartet, schließlich läßt die Schutzbezeichnung FFH-Gebiet auf eine große Artenvielfalt in unterschiedlichen Lebensraumtypen schließen. So weist das Gebiet einen Bachlauf, Streuobstwiesen und strukturierte Brachflächen auf.

Abstände zwischen Themen, 10px

Foto: ©KBenedickt
Foto: ©KBenedickt

Das Gelände liegt sowohl hangseitig an den nördlichen Ausläufern des Odenwaldes, wie auch in den flachen Ausläufern der Rhein-Ebene. Vom nördlichen Hügel aus, dem Prinzenberg (214 MüNN) kann man die höchste Erhebung des Odenwaldes den Melibocus (517 MüNN) sehen.

In den Streuobstwiesen Foto: ©KBenedickt
In den Streuobstwiesen Foto: ©KBenedickt

Über das Streuobstwiesen-Zentrum gelangten wir auf den Prinzenberg, die nächste Erhebung, Bereits auf dem Weg dorthin hörten wir etliche Vogelstimmen u.a. die des Wendehalses, der hier das größte Brutvorkommen in Hessen aufweist. Klappergrasmücke und Gartenrotschwanz reihten sich im Verlauf der Strecke noch in die Stimmen der Singvögel ein. 

Neuntöter, lanius collurio, Foto: ©KBenedickt
Neuntöter, lanius collurio, Foto: ©KBenedickt

Der Neuntöter spähte von einer hohen Warte in die Landschaft. Offenlandschaften in Waldrandnähe sind sein Lebensraum.

Foto: ©KBenedickt
Foto: ©KBenedickt

Über einen Wiesenweg, immer bergauf, nähern wir uns dem „Gipfel“ des Prinzenbergs.

An der Lämmerwiese, Foto: ©KBenedickt
An der Lämmerwiese, Foto: ©KBenedickt

Eine Lämmerwiese, der im Gebiet ansässigen Schäferin, zog unsere Aufmerksamkeit an.Die Schäferei wird vom Verein „Freundeskreises Streuobstwiesen Eberstadt“ unterstützt. Die Herde zählt ca, 200 Muttertiere, die zur Offenhaltung der Landschaft beitragen. Auf der Wiese sind viele quirlige Lämmer, die vor kurzem geboren wurden. Themen um die Schafzucht sind fester Bestandteil des Veranstaltungsprogrammes des Vereins.

Eine echte Mispel wurde von den Obstliebhabern näher in Augenschein genommen. 

Blick auf das Klopfnetz, Foto: ©KBenedickt
Blick auf das Klopfnetz, Foto: ©KBenedickt
Schnellkäfer zahnhalsiger, denticollis linearis, Foto: ©FWolf
Schnellkäfer zahnhalsiger, denticollis linearis, Foto: ©FWolf
Vierzehnpunkt-Marienkäfer, propylea quatuordecimpunctata, Foto: ©Hschwarting
Vierzehnpunkt-Marienkäfer, propylea quatuordecimpunctata, Foto: ©Hschwarting
Blutzikade, cercopis vulnerata, Foto: ©FWolf
Blutzikade, cercopis vulnerata, Foto: ©FWolf

Beim Gang über den Bergpfad sichteten wir etliche Käfer, so eine Blutzikade, Schnellkäfer, Vierzehnfleck-Marienkäfer und einen Maikäfer. 

Der dunkle Ameisenbläuling und der Heidespanner sollen hier ebenfalls vorkommen. Diese Falter stellen sich erst zum Beginn des Sommers ein.

Zottiger Bienenkäfer, trichodes alvearius, Foto: ©Hschwarting
Zottiger Bienenkäfer, trichodes alvearius, Foto: ©Hschwarting
Kleiner Eichenbock, cerambyx scopolii, Foto: ©HSchwarting
Kleiner Eichenbock, cerambyx scopolii, Foto: ©HSchwarting
Scheinbock-Käfer, unident ischnomera, Foto: cyanea ©FWolf
Scheinbock-Käfer, unident ischnomera, Foto: cyanea ©FWolf

An einem Schlehdorn entdeckten wir den Kleinen Eichenbock, den Zottigen Bienenkäfer und einen Scheinbock-Käfer.


Kleiber sitta, europaea, Foto: ©KBenedickt
Kleiber sitta, europaea, Foto: ©KBenedickt
Teichidyll am Hetterichbach, Foto: ©KBenedickt
Teichidyll am Hetterichbach, Foto: ©KBenedickt

Auf dem Rückweg, entlang des Hetterichbaches, beobachteten wir ein Kleiberpaar bei der Brutfütterung. 

Reh in der Deckung, Foto: ©KBenedickt
Reh in der Deckung, Foto: ©KBenedickt

Ein Reh spähte aus der Deckung und zog sich in das Dickicht am anderen Bachufer zurück.

Silberblatt, lunaria annua, Foto: ©KBenedickt
Silberblatt, lunaria annua, Foto: ©KBenedickt
Foto: ©KBenedickt
Foto: ©KBenedickt

Am Wegrand stehen einige Blühpflanzen wie Silberblatt, Wiesenkerbel und Gewöhnlicher Reiherschnabel. Die Silberblättrige Goldnessel ist noch nicht aufgeblüht.

Findet das Sand-Zwerggras, Foto: ©KBenedickt
Findet das Sand-Zwerggras, Foto: ©KBenedickt
100 Sand-Zwerggras, mibora_minima, Foto: ©plant
100 Sand-Zwerggras, mibora_minima, Foto: ©plant

Eine Schleife über das flache Gebiet des „Eichwäldchens“ nutzten wir, um auf den sandigen Flächen das Sand-Zwerggras zu finden. Allerdings, so erklärte uns ein auskunftsbereiter NABU-Kollege vor Ort, sei das Gras bereits verblüht und nicht mehr zu sehen. Das tatsächlich nicht mehr als ein 2-Euro-Stück große Gras ist sehr schwer zu finden.

Kleiner Vogelfuss, ornithopus perpusillus, Foto: ©KBenedickt
Kleiner Vogelfuss, ornithopus perpusillus, Foto: ©KBenedickt
Doldiger Milchstern, Ornithogalum umbellatum, Foto: ©KBenedickt
Doldiger Milchstern, Ornithogalum umbellatum, Foto: ©KBenedickt

Dafür erkannten wir den kleinen Vogelfuss und das deutsche Filzkraut. Die blühenden Heckenrosen und der Doldige Milchstern leuchteten in der Sonne.

Karstweißling, pieris mannii, Foto: ©RGeppert
Karstweißling, pieris mannii, Foto: ©RGeppert

Ein Karstweißling, ein eher seltener Tagfalter, zeigte sich. Der aus dem Mittelmeerraum 

stammende Falter liebt Schleifenblumen als Nektarpflanzen. Er wird leicht mit dem kleinen Kohlweissling verwechselt. Die grüne Raupe kann man gut bestimmen, da sie eine schwarze Kopfkapsel hat.

Auf der Ludwigshöhe kehrten wir in der gemütlichen Berghütte ein. Der Weite Blick von der Aussichtsplattform aus in Richtung Frankfurt, ließ uns die Ausmaße der Mainebene erkennen.

 

Mit der kleinen „Bergtour“ erkundeten wir ein vielfältiges Gebiet dessen Charakter durch die Hanglage besonders reizvoll ist. Neben gepflegten Streuobstwiesen wurden Teile des Gebietes

sich selbst überlassen, sodaß auch Totholz, Bauminseln und Brachflächen zur Vielfalt beitragen können. Hier scheinen die Interessen der Flächenbesitzer und des Naturschutzes gut zusammen

zu passen.

 

Quellen: Freundeskreis Streuobstwiesen Eberstadt; wikipedia

 

Fotos: K.Benedickt, H.Schwarting, F.Wolf, R.Geppert